Trüffel Faszination TrüffelTrüffel
Faszination Trüffel


KönigIn der Pilze
Der/die Trüffel ist der/die KönigIn der Pilze und zählt zu den wertvollsten Produkten der Welt. Grammatikalisch können Trüffel(n) männlich oder weiblich sein – und sind somit das einzig bekannte politisch korrekte Nahrungsmittel. Im Plural sagt man die Trüffel (männlich) oder die Trüffeln (weiblich). Als ältester Trüffelfan wird häufig der ägyptische Pharao Cheops angesehen.

Schwarz-Weiß-Malerei
Insgesamt existieren über 180 verschiedene Trüffelarten. Trüffel duften klar, erdig, würzig. Unter Feinschmeckern sind die weiße Alba-Trüffel (Tuber magnatum) und die schwarze Périgord Trüffel (Tuber melanosporum), auch schwarzer Diamant genannt, die unangefochtene Krönung des Geschmacks. Der Alba Trüffel erzielt Spitzenpreise bis zu 5.000 EUR pro Kilo. Das „weiße Gold“ wird von November bis Dezember aus Norditalien oder Kroatien geliefert, besteht zu 80% aus Aroma und wird roh verzehrt. Johann Lafer bringt das Geschmackserlebnis auf den Punkt: „Das ist, ja das ist wie eine Droge...Weißer Trüffel ist Gaumensex.“ (Focus Online vom 12.11.2007). Der schwarze Périgord Trüffel hat im Frühling Saison. Er stammt aus Südfrankreich und kostet bis zu 1.500 EUR. Schwarze Trüffel können sowohl roh als auch gekocht gegessen werden. Ob weiß oder schwarz – Gourmets empfehlen einfache Gerichte, wie Omelette oder Nudeln mit gehobelten Trüffel, um den reinen Geschmack der Trüffel zu genießen.

Sauguter Riecher
Um Trüffel zu finden, braucht man eine geschlechtsreife Sau. Diese kann den betörenden Duft der Trüffeln bis zu einem halben Meter unter der Erde ausmachen. Die Sau ist richtig heiß auf Trüffel, da sich der Duft nur geringfügig vom Sexuallockstoff des Ebers unterscheidet. In der Schweinsnase sitzen ca. drei Milliarden Riechzellen, die im Schweinshirn Erinnerungen an wilde Schäferstündchen wachrufen und die Sau animieren, voller Tatendrang nach dem Objekt der Begierde zu suchen. Die Sau beginnt zu wühlen und legt die heiß begehrten Trüffel frei. Der Trüffelpilz wiederum kann sich nur verbreiten, wenn dessen Sporen zuvor einen Schweinsmagen passiert haben. Trüffel und Schwein bilden eine perfekte Symbiose. Der Trüffelbauer nutzt dieses Phänomen, um an die wertvollen Pilze zu gelangen. So wie die Sau das Objekt der Begierde frei gelegt hat, bekommt sie einen Maiskolben als Ersatz und die Trüffel werden sichergestellt. Das Tier begnügt sich mit der Ersatzbefriedigung und sucht weiter in der Hoffnung, beim nächsten Mal zum Ziel zu gelangen.